Bericht: „Nicht Dein Mietvieh!“-Rundgang in Connewitz zu den Housing Action Days 2026

Unser diesjähriger Beitrag zu den Leipziger und globalen Housing Action Days war ein wohnungspolitischer Rundgang durch Connewitz mit dem Titel: „Nicht Dein Mietvieh!“, den wir am Sonntag, den 29. März 2026 mit mehreren Gastsprecher*innen und rund 25 Teilnehmer*innen veranstalteten.

Wir sprachen unter anderem über die vielen teuren Neubauten, eigentlich „Verdrängungsbauten“, im Stadtteil, deren Zahl unserer Schätzung nach seit 2015 bis 2023 bei über 1200 neuen Wohneinheiten in Connewitz liegt und damit für diesen Zeitraum einer der Stadtteile mit den stärksten Neubauaktivitäten in Leipzig darstellt. Dieser Bauboom brachte – unseres Wissens nach- jedoch keine einzige Sozialwohnung zustande und war fast durchweg von Aktivitäten privater Investoren geprägt. Am meisten Rendite versprachen sich die verschiedenen Investoren von Bauten mit Mikroapartments – alternativ auch Micro-Living, Wohnen auf Zeit, möbliertes Wohnen, Wohnklo etc. genannt. Insgesamt entstanden davon 425 Einheiten an zwei Standorten in unmittelbarer Nähe (Bornaische Straße 10-16 & 22) sowie 400 m entfernt (Karl-Liebknecht-Straße 144). Mehr Infos dazu auf unserer Kritischen Karte. Diese 425 Mikroapartments stellen in Connewitz mehr als ein Drittel des Neubaus für Wohnbauten dar, die die Mietpreisbremse durch Möblierungszuschlag umgehen und bei denen der Mietspiegel und die ortsübliche Vergleichsmiete nicht bindend sind und deshalb Quadratmeterpreise von 20-23 €/qm (kalt) aufrufen können (trotzdem könnten die Mietenden dort von der Stadt prüfen lassen, ob Mietüberhöhung oder Wuchermiete vorliegt – das geht mit wenigen Klicks hier).

Dieses „Micro-Living“ wird allerdings auch bei älteren Wohnhäusern implementiert. Dabei oftmals noch teurer, aber zugleich weniger komfortabel und brandschutztechnisch kritisch – Stichwort: mittels Gipsplatten aus einer Drei-Raum-Altbauwohnung eine Sechs-Raum-WG machen und die Küche in den Flur verlegen… Über diese und weitere Misstände in der sozialen Infrastruktur „Wohnen“ klärten wir auf.

Bei aller Wohnmisere erinnerten wir aber auch an Möglichkeiten Sand ins Getriebe der profitorientierten Wohnungswirtschaft zu streuen und die bestehenden Rechte als Mieter*innen wahrzunehmen und zu verteidigen.

Nicht zu vergessen, die in den letzten Jahren stattgefundenen Aktionen gegen Aufwertungen, die trotz der Misere auch Mut machten, wie zum Beispiel die Baggerbesetzung auf einer Baustelle am Hildebrandplatz am 7. Mai 2021 oder die zeitweise Blockierung der Wolfgang-Heinze-Straße mit 250 Leuten und dazugehöriger „Niemand hat die Absicht Luxuswohnungen zu bauen“-Kunstaktion, Podiumsdiskussion, ambulanter Mietspechstunde und Luftschloss am 31.10.2019 anlässlich der Baustelle auf dem ehemaligen Leopoldpark . Das waren ermutigende Momente, die die Nachbarschaft zusammen und zum gemeinsamen Diskutieren brachten. Im unsäglichen Bau- und Spekulationsboom inklusive Verdrängung in Connewitz der vergangenen Jahre geht das mitunter verloren und auch daran haben wir beim Rundgang erinnert. Weitere Details vom Rundgang – u.a. zum Investor ARGO, Sozialer Erhaltungssatzung, Mini-WG-Zimmer, aber auch hoffnungsstiftenden genossenschaftlichen Projekten wie der AWC und Leika sowie vom Forschungsprojekt „Wem gehört Connewitz?“ – bietet der folgende kurze Bericht auf la-presse.org (Klick auf das Bild):

Mit Klick auf den Screenshot geht’s zum Bericht auf www.la-presse.org

Vielen Dank an alle Gastsprecher*innen auf dem Rundgang sowie an die rund 25 Mitspazierenden und auch an die Menschen, die auch nur mal kurz an unseren Stationen innehielten und uns zeitweise zuhörten!

Nicht Dein Mietvieh! – Wohnungspolitischer Rundgang durch Connewitz

Wir laden Euch im Rahmen der globalen Housing Action Days zu einem wohnungspolitischen Rundgang durch Connewitz ein.

Mit Inputs von Anwohner*innen, Aktivist*innen, Genossenschafter*innen und
Forscher*innen und vielleicht auch Musiker*innen.

Datum: Sonntag, 29.03.2026
Zeit: 15:45 – 18:00 Uhr
Treffpunkt/Start: Connewitz Kreuz (Basketballplatz)


Wir werden über Folgendes sprechen:
Spekulation auf Gentrifizierung
Geschäftspraktiken am Rande des Erlaubten
Häusermillionäre mit lokaler Vernetzung
internationale Investoren und Neubauten &
von ehemaligen Parks und Gärten usw.
Aber auch:
Genossenschaft als Alternative
Segen und Fluch des sozialen Wohnungsbaus
Was können Milieuschutzgebiete?
Wem gehört Connewitz?
Wie solidarische Nachbarschaften organisieren?
Welche Protestformen wählen?
Wo die Lösungen finden?
Denn: Wir sind nicht Dein Mietvieh!

Zwischen den Stationen gibt es natürlich die Möglichkeit uns
Kennenzulernen oder uns eigene Hinweise oder Erfahrungen mitzuteilen.
Noch mehr würden wir uns freuen, wenn Ihr zu einem unserer nächsten
Treffen kommt (bitte voranmelden unter: vernetzung-sued[aet]protonmail[punkt]com)!  

Der Rundgang findet im Rahmen der Leipziger und globalen Housing Action
Days statt.

Mehr Infos zur Aktionswoche in Leipzig und darüberhinaus:
https://leipzigfueralle.de/

Eure Vernetzung Süd
…zu Wohnen, Miete, Stadtentwicklung in Connewitz und Südvorstadt

It’s Gruseldemo Time!

Am Freitag 31.10.2025 findet ab 17:00 Uhr eine Gruseldemo zum
Firmenkonglomerat von Schwarzat & Rader, den einschlägig bekannten Ver-
und Entmietern statt. Organisiert von der Interventionistischen Linken
(iL) Leipzig sowie der Vernetzung Betroffener Mieter*innen, die sich
unter united-capitulation.de organisieren. Wir als Vernetzung Süd
unterstützen die Betroffenen-Vernetzung. Folgend der ausführliche
Aufruf:

Halloween steht vor der Tür und während ihr euch vielleicht fragt, wem
ihr an diesem Abend einen Schreck einjagen wollt und welches Kostüm ihr
dafür braucht, machen andere das ganzjährig als Beruf.

Sven Schwarzat und Kevin Rader haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre
Mieter:innen 365 Tage im Jahr zu drangsalieren. Ganz ohne Verkleidung
und Kürbisschnitzen, dafür gibt’s:

  1. Kautionen, die nach dem Auszug einfach nicht zurückgezahlt werden
  2. penetrantes Vortäuschen von vermeintlichem Eigenbedarf
  3. den Umbau von Wohnungen hin zu möglichst vielen, kleinen,
    überteuerten Zimmern, die an Menschen vermietet werden, die auf dem
    beschissenen Leipziger Wohnungsmarkt keine andere Wahl mehr haben

Wir finden: Wer so schauerlich mit dem Wohnraum anderer umgeht, hat kein
Recht, Häuser zu besitzen. Wir wollen, dass sich die Versorgung mit
Wohnraum strikt an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, nicht am
Profitinteresse von windigen Miethaien.

Glücklicherweise ist dort, wo sich Scheußlichkeiten ereignen, auch
Widerstand dagegen nicht weit. Auch im Falle Kevin Rader und Sven
Schwarzat (United Capital Konglomerat) lassen wir nicht locker. Seid
dabei, bringt eure gruseligste Verkleidung und kommt mit uns zu einem
ehemaligen Sitz einer der Firmen, mit denen die beiden ihr
Gruselkabinett steuern.

Treffpunkt ist am 31.10.2025 um 17.00 Uhr am Nikischplatz.

Auch Mieter:innen anderer Vermieter:innen sind herzlich eingeladen,
teilzunehmen und sich mit uns zu vernetzen, damit noch mehr
Vermieter:innen das Gruseln gelehrt wird!

Süßes gibt’s nicht, nur Saures!

„Viel Miete, wenig Liebe“-Rundgang am Samstag 26.4.2025

Liebe Nachbar*innen,

„viel Miete, wenig Liebe“ – so unsere etwas lakonische Zusammenfassung der letzten drei Jahre mit der Kampagne „Südvorstadt für alle – 105 kommunale Wohnungen sozial und ökologisch nachhaltig sanieren“.

Am Samstag, 26. April 2025, wollen wir die Kampagne mit einem Rundgang in der Leipziger Südvorstadt abschließen. Dort versuchen wir den vielschichtigen wie lehrreichen Prozess zusammen zu fassen – und wollen damit auch das Nachbarschaftliche und ein solidarisches Miteinander in der Wohnungskrise – im wahrsten Sinne – betonen. Es wird also auch Musik geben. Danke vorab an das Projekt „Anke & Florian“!  Ebenso an die Gäste aus Politik und Wissenschaft, die uns begleitet haben und hier einige davon nochmal zusammenkommen und berichten werden. (Und vielleicht auch nächste Ideen schmieden werden?!)

Ihr seid also herzlich eingeladen:

Viel Miete, wenig Liebe – Stadtteilrundgang mit Gästen und Überraschungen zur »Südvorstadt-für-alle«-Kampagne

Samstag, 26. April 2025, 14:00-17:00 Uhr

Start: Kochstr. 13/15 und weitere Stationen (Südvorstadt)

In den letzten drei Jahren hatten Mieter:innen und die Stadtteilinitiative Vernetzung Süd eine sozial-ökologisch nachhaltige Sanierung von 105 kommunalen Wohnungen gefordert. Die Erfahrungen mit Politik, Verwaltung, LWB und Medien in diesem Prozess möchten wir aufarbeiten, um am Ende zu fragen, wie und wo können wir als Mieter:innen und Nachbarschaft in der Südvorstadt weiter wohnungspolitisch intervenieren.

Der Rundgang findet im Rahmen der Leipziger Housing Action Days / Aktionstage Wohnen statt, der von verschiedenen Hausgemeinschaften und wohnungspolitischen Initiativen gestaltet wird. Das gesamte Programm findet Ihr unter Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen